| Bontkirchen |
Als Bobbenkercken 1276 zuerst genannt, jedoch
sicherlich älter (dazu das Kapitel: Kirche zu Bontkirchen im Amt
Thülen), ist Bontkirchen seit jeher von seiner Grenzlage gegen
die Grafschaft Waldeck bestimmt gewesen. Konnten die Waldecker
Grafen itteraufwärts gegen die Herren von Padberg vordringen,
itterabwärts die Stadt Brilon vom Bachgrund auf die Höhen von
Treis und Hohen Eimberg zurückdrängen, so blieb in Bontkirchen
die Itter als kölnisch-waldeckische Grenze erhalten und trennt
darum auch in der Gegenwart Nordrhein-Westfalen und Hessen.
Freilich bestanden schon im Jahre 1335 waldeckische Rechte, als
Johan van deme Scharpenberge vor Graf Heinrich zu Waldeck auf
sein Lehen zu Buwenkerken verzichtete (Bruns,
Scharfenberg, Quelle 15). Anteil an der Grenzsicherung dürften
die 1675 zuerst genannten Bontkirchener Schützen gehabt haben.
Aber auch schon früher, im Jahre 1540, finden sich
Grenzstreitigkeiten belegt; diese Urkunde bewahrt zudem die erste
Erwähnung eines Eisenhammers, also von Industrie in Bontkirchen.
Cort Molner aus Buntkercken war in Brilon inhaftiert worden, weil
er angetrunken gesagt hatte, des Kölner Erzbischofs Grund und
Boden zu Bontkirchen, auf dem Christoffel aus Bontkirchen Hüttenhammer
erbaute, sei Eigentum des Grafen von Waldeck. Als er aus dem Gefängnis
entlassen wurde, waren aus Bontkirchen dabei Henrich Molner und
Johan Molner (Bruns, Inventar Brilon A, Urk. 183). Am 5. Juli
1655 bescheinigte der frühere Bredelarer Abt F. Georg Wulff die
Niederlegung eines Kreuzes bei Bontkirchen über die Itterbecke
durch Waldecker (Bruns, Inventar Brilon A, Urk. 366).
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